über Wittgenstein

 

"Wittgensteins Revolution" - Das Problem der Philosophie und seine Auflösung (online-Original)

In der Rezeption und Interpretation von Wittgensteins Philosophie hat man fast von Beginn an ihren revolutionären Charakter im Verhältnis zur neuzeitlichen Bewusstseinsphilosophie seit Descartes gesehen.

Weniger gut verstanden worden ist, wie dieser Umsturz der disziplinären Verhältnisse innerhalb der Philosophie von der Erkenntnistheorie zur Semantik – der vielberedete linguistic turn – mit Wittgensteins Auflösung des Scheinproblems einer zwischen Realismus und Idealismus bestehenden Alternative im allgemeinen zusammenhängt. Von diesem Problem redet Wittgenstein in den vortractarianischen Tagebüchern singularisch als dem Problem der Philosophie, später figuriert es unter Titeln wie 'Verbindung von Sprache und Wirklichkeit' und 'Grenze der Sprache'.

Der hier zur Verfügung gestellte Text stellt in vier Kapiteln zu den Stichworten 'Darstellung', 'Subjekt', 'Welt' und 'Philosophie' diese Zusammenhänge dar. Ich habe mir für ihn die letzten Verlagsabsagen meines Lebens zugezogen. Es mag die Qualität der in diesen Bereichen unserer Kultur geleisteten Arbeit beleuchten, wenn ich aus der durchaus freundlichen Absage des Suhrkamp-Verlages zitiere (Schreiben Eingangslektorat Willke vom 21. August 2009):

„ Leider sehen wir keine Möglichkeit, Ihren Text bei Suhrkamp herauszubringen. Wir nehmen nur äußerst zögerlich neue Autoren ins Programm, um denjenigen, die wir bereits fest an uns gebunden haben, sichere Programmplätze ermöglichen zu können. Unsere Absage bedeutet deshalb kein abschließendes Urteil über die Qualität des Textes, sondern hat vielmehr mit der großen Anzahl bereits vereinbarter Buchprojekte zu tun.“

 

Von meinen Aufsätzen über Wittgenstein möchte ich hier zwei derjenigen, die sich ausführlich mit den wichtigsten Alternativen zu meinen Interpretationen auseinandersetzen, zur Verfügung stellen: