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"Das Verstandene Leben" – Eine nachmetaphysische Lebensphilosopie

Begonnen als ein Projekt zum Begriff Sinn des Lebens hat sich mir ergeben, dass die Philosophie trotz häufiger Erzeugung eines gegenteiligen Anscheins für die Frage und Suche nach dem Sinn des Lebens keine andere Zuständigkeit hat als für ihre anderen Themen: die für begründete Vorschläge zu besserem Verständnis.

Trotz der Gemeinsamkeiten mit der lebensbezogenen Reflexion, die sich auf den Sinn eines individuellen Lebens richtet, in Reflexivität des Untersuchung und dem Verständnis von Personsein bleibt philosophisches Fragen, weil an die Idee des Urteilens – die unparteiliche Zustimmung von jedermann, der unter gleichen Voraussetzungen urteilen sollte – gebunden, darauf beschränkt, Lebensthemen zu erörtern, an denen sich für die meisten die Frage nach dem Sinn ihres Lebens entscheidet.

Was der Philosophierende ‚aus dem Schreine seines inneren Anschauens’ zu seinem eigenen Leben zu sagen haben mag – seine persönliche Lebens’philosophie’ –, ist nicht von allgemeinem Interesse. In dieser Perspektive erörtere ich Themen wie ‚Vorgegebenheiten und Vorgaben’, ‚Zeit’, ‚Liebe und Freundschaft’, ‚Arbeit und Selbständigkeit’, ‚Moral und Recht’, ‚Politik’, ‚Erziehung und Bildung’, ‚Spiel und Selbstentfaltung’, ‚Rausch, Ausdruck und Kunst’ etc. in reflexiv begriffsklärender Einstellung.

Nachmetaphysisch ist diese Lebensphilosophie, weil sie sich darauf beschränkt, gegebene Begriffe deutlich zu machen (nach Kant tut der Philosoph bekanntlich nichts anderes) und nicht, wie beispielsweise Georg Simmel in seiner ‚Lebensanschauung’ von 1918, sich philosophische Sonderbegriffe konstruiert; ferner darin, dass sie zeigt, dass weitergehende Ansprüche der traditionellen Lebensphilosophie und Existenzanalyse auf einer begrifflichen Konstellation von Notwendigkeit und Ewigkeit beruhten, die heute mit guten Gründen nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.

Eine erste publikable Version ist als PDF-Datei hier zugänglich.

Neu (2008): Dankenswerter Weise hat Detlef Kreffel versucht, meine in DVL zentralen Überlegungen zu ‚Sinn, insbesondere Lebenssinn’ und ‚Zeit’ übersichtlicher darzustellen und als eigenen Beitrag die Idee systematischen Philosophierens zu skizzieren, zu der diese Klärungen gehören. Kreffels Ruminationen.

 

"Was wir sind" – Philosophische Briefe zu Begriff und Ideen der Person

(Gedenkbuch für Jan Diesselhorst)

Inhalt: 'Was bind Ich?' statt 'Wer bin ich?' als Leitfrage; Personen als 'einzelne' Gegebenheiten und die Bezugnahme auf einzelnes; Sätze a priori etc.; Handlungsverstehen als Kern des Personverstehens; Handeln Tiere?; Exkurs über 'Idee' im Ausgang von der Idee des Urteilens; Zeitliche Aspekte des Personbegriffs I; Lernprozesse und Personwerden, Liebe; Ideen – historisch-kritisch betrachtet und pragmatisch revidiert; Räumlich-struktureller und zeitlich-prozessualer Aspekt des Personbegriffs; Vielfalt der Motive für den Personbegriff als Ausgangspunkt philosophischer Sinnklärung; Glück oder Sinn als Idee des persönlichen Lebens?; Freundschaft und Liebe; Moral – im Rahmen von Recht und Staat; Demokratie; Gerechtigkeit; Frieden.

 

"Wittgensteins Revolution" - Das Problem der Philosophie und seine Auflösung

In der Rezeption und Interpretation von Wittgensteins Philosophie hat man fast von Beginn an ihren revolutionären Charakter im Verhältnis zur neuzeitlichen Bewusstseinsphilosophie seit Descartes gesehen.

Weniger gut verstanden worden ist, wie dieser Umsturz der disziplinären Verhältnisse innerhalb der Philosophie von der Erkenntnistheorie zur Semantik – der vielberedete linguistic turn – mit Wittgensteins Auflösung des Scheinproblems einer zwischen Realismus und Idealismus bestehenden Alternative im allgemeinen zusammenhängt. Von diesem Problem redet Wittgenstein in den vortractarianischen Tagebüchern singularisch als dem Problem der Philosophie, später figuriert es unter Titeln wie 'Verbindung von Sprache und Wirklichkeit' und 'Grenze der Sprache'.

Der hier zur Verfügung gestellte Text stellt in vier Kapiteln zu den Stichworten 'Darstellung', 'Subjekt', 'Welt' und 'Philosophie' diese Zusammenhänge dar. Ich habe mir für ihn die letzten Verlagsabsagen meines Lebens zugezogen. Es mag die Qualität der in diesen Bereichen unserer Kultur geleisteten Arbeit beleuchten, wenn ich aus der durchaus freundlichen Absage des Suhrkamp-Verlages zitiere (Schreiben Eingangslektorat Willke vom 21. August 2009):

„ Leider sehen wir keine Möglichkeit, Ihren Text bei Suhrkamp herauszubringen. Wir nehmen nur äußerst zögerlich neue Autoren ins Programm, um denjenigen, die wir bereits fest an uns gebunden haben, sichere Programmplätze ermöglichen zu können. Unsere Absage bedeutet deshalb kein abschließendes Urteil über die Qualität des Textes, sondern hat vielmehr mit der großen Anzahl bereits vereinbarter Buchprojekte zu tun.“